Havaneser Pflege richtig verstehen
Der praxisnahe Ratgeber für verantwortungsvolle Havaneser Halter
Der Havaneser
Das Standardwerk für Havaneserfreunde
Ratgeber rund um Haltung, Pflege & Erziehung des charmanten kleinen Hundes.
- Haltung, Pflege & Erziehung
- Viele praktische Tipps aus der Praxis
- Ideal für neue Havaneserhalter
Preis 24,90 €
Havaneserpflege leichtgemacht
Der Pflege-Ratgeber für Ihren Havaneser
Tipps & Tricks für ein stressfreies,
gepflegtes Hundefell.
- Schritt-für-Schritt Anleitung für die stressfreie Fellpflege
- Praktische Tipps für Bürsten, Kämmen und Baden
- So bleibt dein Havaneser gesund, gepflegt und glücklich
Preis 11,99 €
Über die Autorin
Hallo, ich bin Daniela August, 54 Jahre und seit 2007 begleiten Havaneser mein Leben. Und tatsächlich hatte ich noch nie eine andere Rasse. 🙂
Was mit meinem ersten Hund Pepper begann, wurde zu einer großen, lebenslangen Liebe:
Chilli, Taco, Mamas Lemon (den ich nach dem Tod meiner Mutter übernehmen durfte), und heute noch Naomi, Queenie und die kleine Zarifee die 2026 dazu gekommen ist.
Mehr als die Hälfte meines Lebens verbringe ich nun schon mit dieser wundervollen Rasse. Ich kenne ihre Leichtigkeit, ihre Anpassungsfähigkeit, ihr sensibles Wesen – und diesen ganz besonderen Charme, der einen Havaneser zu einem Traumhund macht.
Havaneser sind unkompliziert – aber sie sind nicht anspruchslos.
Vor allem dann nicht, wenn man sie in ihrer natürlichen Schönheit zeigen möchte.
Warum mir das lange Haar so wichtig ist
Der Havaneser ist ein Langhaarhund.
Sein seidiges, fallendes Haar ist kein Zufall – es ist Teil seiner Identität.
Ja, auch ich habe meine Hunde im Laufe der Jahre schneiden lassen – meist aus medizinischen Gründen oder wenn es notwendig war. Aber ihre wahre Ausstrahlung, ihre Eleganz und ihr rassetypischer Ausdruck zeigen sich im langen Fell.
Und genau hier beginnt mein Herzensthema:
Die richtige Pflege ist keine Hexenkunst.
Sie ist Wissen.
Sie ist Routine.
Und sie ist vor allem: Bindungszeit.
Eine tägliche, kurze Pflegeeinheit – ruhig, liebevoll und ohne Stress – erhält nicht nur das Fell gesund, sondern stärkt auch die Beziehung zwischen Mensch und Hund.
Aus dieser Überzeugung heraus ist mein Buch entstanden.
Ich wollte zeigen, dass Fellpflege kein Kampf sein muss.
Keine Wissenschaft.
Sondern ein liebevoller Moment im Alltag.
Mein Alltag mit Havanesern
Hauptberuflich arbeite ich seit vielen Jahren als medizinische Fachangestellte – in Teilzeit.
Das große Glück unserer Hunde: Sie dürfen meinen Mann Eddy mit zur Arbeit begleiten und sind dadurch rund um die Uhr betreut. Für dieses Geschenk bin ich jeden Tag dankbar.
Unsere Hunde sind Familienmitglieder. Sie sind Begleiter. Seelentröster. Lebensfreude auf vier Pfoten.
Mein Wissen stammt nicht aus Theorie allein, sondern aus fast zwei Jahrzehnten Alltag mit Havanesern – mit all ihren Phasen, Fellzuständen, Herausforderungen und wunderschönen Momenten.
Wenn du einen Havaneser liebst – oder darüber nachdenkst, einem dieser kleinen Persönlichkeiten dein Zuhause zu schenken – dann findest du in meinen Büchern nicht nur Anleitungen, sondern gelebte Erfahrung.
Mit Herz.
Mit Respekt für die Rasse.
Und mit dem Wunsch, dass Mensch und Hund ihren gemeinsamen Weg entspannt und glücklich gehen.
Der Havaneser - warum sein langes Haar zur Rasse gehört
Bitte versuchen Sie, diese folgenden Zeilen einfach in Ruhe zu lesen, ohne Voreingenommen zu sein und ohne Wertung.
Ich bin kein Mensch, der es verurteilt, wenn jemand einen Havaneser schneidet, Im Gegenteil, ein gut geschnittener, gepflegter Havaneser ist bei weitem anständiger, als ein verfilzter Hund, der leidet. Scheren gehört aber tatsächlich zu den Dingen, die ich absolut nicht empfehlen kann, es sei denn, es muss wegen einer tierärztlichen Maßnahme, wie zum Beispiel einer Operation wirklich sein.
Ich habe diese Bücher aus Liebe zu dieser Rasse geschrieben und möchte Sie mitnehmen auf eine Reise in die Welt dieses wundervollen Wesens.
Der Havaneser ist eine der wenigen Bichon-Rassen, deren typisches Erscheinungsbild untrennbar mit langem, fließendem Haar verbunden ist. Sein Haarkleid ist kein modischer Zusatz und kein austauschbares Merkmal – es ist ein wesentlicher Bestandteil der Rasseidentität.
In den offiziellen Rassebeschreibungen des Fédération Cynologique Internationale (FCI) sowie des Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) wird ausdrücklich ein langes, seidiges, möglichst natürlich fallendes Haar gefordert. Ein korrekt behaarter Havaneser trägt sein Fell lang – es darf leicht gewellt sein, soll fließend fallen und die natürliche Silhouette unterstreichen.
Das lange Haar ist somit kein „Show-Detail“, sondern Rassestandard.
Funktion des langen Haarkleides
Häufig wird angenommen, langes Fell sei für den Hund unpraktisch oder rein dekorativ. Beim Havaneser trifft das nicht zu.
Das Haarkleid:
schützt die Haut vor Sonneneinstrahlung
wirkt isolierend gegen Hitze und Kälte
bewahrt die empfindliche Haut vor mechanischer Reizung
unterstützt die natürliche Klimaregulierung
Der Havaneser besitzt kein typisches Doppelfell mit starkem saisonalem Fellwechsel. Stattdessen wächst sein Haar kontinuierlich – ähnlich wie menschliches Haar. Wird es regelmäßig stark gekürzt oder gar geschoren, verändert sich nicht nur die Optik, sondern häufig auch Struktur und Schutzfunktion des Fells.
Ein naturbelassen lang getragenes Fell entspricht der biologischen Anlage dieser Rasse.
Warum der Havaneser heute oft kurz geschnitten wird
In der Praxis sieht man jedoch immer häufiger kurz geschnittene oder sogar geschorene Havaneser. Die Gründe sind meist nachvollziehbar:
Pflege erscheint zeitaufwendig
Unsicherheit bezüglich richtiger Fellpflege
Wunsch nach „pflegeleichter“ Optik
Sommerliche Hitze wird als Argument angeführt
Wichtig ist: Niemand entscheidet sich bewusst gegen das Wohl seines Hundes. Oft fehlt schlicht fundierte Information darüber, dass gerade beim Havaneser das lange Haar funktional und rassetypisch ist.
Ein Kurzhaarschnitt verändert nicht nur das äußere Erscheinungsbild – er lässt auch den ursprünglichen Charakter der Rasse optisch verblassen.
Der Ausdruck des langen Fells
Ein Havaneser mit langem Haar zeigt:
die weiche Umrahmung seiner ausdrucksstarken Augen
die fließende Bewegung beim Gehen
die elegante, leicht schwebende Silhouette
den ursprünglichen, typischen Bichon-Charakter
Das lange Haarkleid verleiht dem Havaneser seine besondere Ausstrahlung: weich, freundlich, natürlich und zugleich würdevoll.
Wird das Haar stark gekürzt, geht ein Teil dieser rassetypischen Erscheinung verloren. Der Hund bleibt derselbe – aber sein typisches Erscheinungsbild nicht.
Pflegeaufwand – realistisch betrachtet
Ja, langes Haar benötigt Pflege.
Doch „pflegeintensiv“ bedeutet nicht „unpraktikabel“.
Mit:
regelmäßiger, strukturierter Bürstenroutine
geeigneten Pflegewerkzeugen
hochwertiger, rückfettender Pflege
frühzeitiger Gewöhnung im Welpenalter
lässt sich ein langes Havaneserfell gut erhalten.
Pflege ist keine reine Äußerlichkeit – sie ist Gesundheitsvorsorge. Verfilzungen entstehen nicht durch Länge, sondern durch fehlende oder falsche Pflege.
Verantwortung für Rassetreue
Wer sich bewusst für einen Havaneser entscheidet, entscheidet sich für eine Rasse mit einem bestimmten Erscheinungsbild.
Dieses Erscheinungsbild zu bewahren, bedeutet auch, die Besonderheiten dieser Rasse wertzuschätzen.
Es geht nicht darum, andere Entscheidungen zu verurteilen. Jeder Hundehalter trifft seine Wahl aus individuellen Gründen.
Doch Aufklärung schafft Bewusstsein.
Der Havaneser ist ein Langhaarhund.
Sein fließendes Haarkleid ist Teil seines Wesens, seiner Geschichte und seines Standards.
Mein Anliegen
Ich möchte dazu beitragen, dass der Havaneser wieder häufiger in seiner natürlichen, langen Fellform gesehen wird – gepflegt, gesund und rassetypisch.
Langes Haar ist kein Trend.
Es ist Identität.
Und Identität verdient Pflege, Wissen und Wertschätzung.
Ich stehe für Aufklärung ohne Druck.
Für Wertschätzung ohne Bewertung.
Und für Havaneser, die ihr Haar wieder mit Stolz tragen dürfen.
Der Havaneser stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und entwickelte sich schließlich in Kuba weiter – insbesondere in und um Havanna, woher auch sein Name stammt. Er gehört zur Familie der Bichons, kleinen Gesellschaftshunden, die Kaufleute einst über Seewege mitbrachten.
In Kuba fand er seine eigentliche Heimat.
Und Kuba ist kein kühles Land.
Die Temperaturen dort liegen über weite Teile des Jahres deutlich höher als in Mitteleuropa. Hohe Luftfeuchtigkeit, intensive Sonneneinstrahlung und tropische Wärme prägen das Klima. Genau unter diesen Bedingungen hat sich der Havaneser mit seinem langen, seidigen Haar etabliert.
Das lange Haarkleid entstand also nicht trotz der Hitze – sondern in einem heißen Klima.
Warum langes Haar nicht gleich „zu warm“ bedeutet
Ein häufiger Gedanke lautet: „Dem Hund ist doch viel zu heiß mit diesem ganzen Fell.“
Das wirkt logisch – ist aber biologisch nicht korrekt.
Das Fell des Havanesers funktioniert wie eine natürliche Isolationsschicht:
Es schützt vor direkter Sonneneinstrahlung
Es verhindert, dass sich die Haut unmittelbar aufheizt
Es bildet eine Luftschicht zwischen Haut und Umgebung
Es reduziert Sonnenbrand-Risiko bei der hellen, empfindlichen Haut
Wird das Fell stark gekürzt oder geschoren, geht dieser Schutz teilweise verloren. Die Haut ist dann direkter Sonne und Hitze ausgesetzt.
Wärmeregulation erfolgt beim Hund primär über Hecheln – nicht über die Haarlänge. Ein korrekt gepflegtes, nicht verfilztes Langhaar stellt daher keine Überhitzungsgefahr dar.
Natürlich gilt: Schatten, Wasser und angemessene Bewegung sind selbstverständlich wichtig.
Doch ein gesunder, gepflegter Havaneser leidet nicht allein wegen seines langen Fells unter Sommerhitze.
Ein Hund aus der Sonne
Der Havaneser ist kein nordischer Schlittenhund mit dichtem Unterfell.
Er ist ein Begleithund aus warmen Regionen, mit einem leichten, seidigen Haar – kein schweres Wollfell.
Sein Haarkleid ist luftig, beweglich und anpassungsfähig. Es ist dafür gemacht, Hitze nicht zu speichern, sondern die Haut zu schützen.
Wenn wir ihn kurz schneiden, weil wir glauben, wir würden ihm Erleichterung verschaffen, handeln wir meist aus Fürsorge – aber nicht aus Kenntnis seiner ursprünglichen Anpassung.
Wissen statt Sorge
Unser Anliegen ist nicht, Druck aufzubauen.
Sondern Wissen weiterzugeben.
Der Havaneser stammt aus einem deutlich heißeren Klima als unserem.
Sein langes Haar ist kein Irrtum der Natur.
Es ist Teil seiner klimatischen Anpassung.
Mit guter Pflege, ausreichend Schatten und Wasser ist ein langhaariger Havaneser auch in unseren Sommern gut reguliert.
Er leidet nicht wegen seines Fells.
Er braucht es.
